LEAVE THE ROAD AND TAKE THE TRAILS

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ON THE ROAD

Niemals hätte ich von mir selbst gedacht, dass ich eine vier-stündige Wanderung um die drei Zinnen einem Städtetrip vorziehen würde, denn als Kind habe ich das Wandern gehasst. Ich wollte nie länger als zehn Minuten mit meinen Eltern spazieren gehen und bin auch lieber in den Aquapark statt zum See gefahren. Auf unserem Roadtrip haben wir innerhalb von zwei Wochen zehn wunderschöne und zugleich einzigartige Orte bereist. Wir haben nichts im voraus gebucht. Drei Tage vor der Abfahrt haben wir uns getroffen und die Route geplant. Dann haben wir unser Zeug besorgt, das Auto gepackt und sind losgefahren. Geschlafen haben wir immer in einem Zelt auf Campingplätzen.

In unserem treuen kleinen VW Polo, welcher auch einiges durchmachen musste, sind wir zu allen Orten hingekommen. Insgesamt haben wir knapp ein Strecke von 2500km zurückgelegt und ohne Auto hätte ich mir das kaum vorstellen können. Gefahren ist hauptsächlich Alex, weil er als einziger auf sein Auto versichert war. Doch wir sind von Ort zu Ort auch nie mehr als vier Stunden gefahren, sodass das auch nie so anstrengend für ihn war. 

Stopp 1: Unser erstes Ziel war Schloss Neuschwanstein in Schwangau. Ich wollte schon immer dort hin und um 5:30 Uhr aufzustehen und vor den ganzen Touristenmassen den Pfad hochzuwandern, hat sich definitiv gelohnt. Ins Schloss selber sind wir nicht gegangen, da uns lediglich die Sicht von der Marienbrücke interessiert hat. Von dort aus hat man einen Blick auf die Hinterseite des Schlosses und der Pöllatschlucht. Weiter rechts liegt dann auch das Schloss Hohenschwangau und direkt daneben der Alpsee mit seiner wunderschönen blauen Farbe. Für diejenigen die auch vorhaben zum Schloss Neuschwanstein zu reisen und ebenfalls ungestört Fotos schießen möchten, würde ich empfehlen  sehr spät vor Sonnenuntergang oder eben sehr früh zum Sonnenaufgang hochzuwandern. Anderenfalls steht ihr auf einer überfüllten Brücke mit Gruppen von Touristen und ihren Reiseführern und kommt kaum vorwärts.

Stopp 2: An dem selben Tag sind wir noch runter über Österreich auf die deutsche Seite der Zugspitze und haben den Rest des Tages am Eibsee verbracht. Mit dem Blick auf den höchsten Berg Deutschlands lagen wir auf den Kies und haben den Ausblick genossen.

Stopp 3: Nach zwei Tagen haben wir unsere Sachen wieder nach dem Tetris-Prinzip in den Polo gequetscht und sind nach Südtirol getuckert. Auf dem Weg haben wir an einem kleinen unscheinbaren See Halt gemacht. Im Nachhinein haben wir erfahren, dass der Blindsee einer von Österreichs klarsten Taucherseen ist.

Unser Zelt haben wir nach der Weiterfahrt in Toblach (in der Nähe von Bozen) auf einem kleinen Campingplatz -mit der Weltbesten Pizzabude Südtirols- aufgeschlagen. Von dort aus waren wir ziemlich zentral zu den drei Zinnen und zum Prager Wildsee, unser vierter und fünfter Stopp.

Stopp 4: Im ersten Gang sind wir mit unseren Polo die Dolomiten hoch auf 2700m zu den drei Zinnen. Dort angekommen haben wir uns für die vierstündige Wanderung um die drei Zinnen -natürlich ohne jegliche Wanderausrüstung- entschieden. Viele Wanderer und erfahrene Bergsteiger sind bei den drei Zinnen unterwegs, aber für die Wanderung braucht man unserer Meinung nach kein besonderes Equipment. Klar, Wanderstöcke und die passenden Schuhe sind eine kleine Hilfe aber nicht notwendig.  Wir sind nicht genau auf den Wegen geblieben und sind die Hügel hochgeklettert.  Aleks hat an einer Felswand eine kleine Höhle gefunden, die wir  auf vielen Instagram-Bildern gesehen hatten. Man muss um zu der Höhle zu gelangen, durch einen kleinen schmalen Durchgang gebückt durch und dann an einem Anhang paar Meter entlang. Ich habe mich nicht dorthin getraut, da ich Platzangst habe und nichts für ein Foto riskieren wollte, aber dank Aleks haben wir ein Foto von der Sicht aus der Höhle auf die Zinnen. Der Wahnsinn oder?

Stopp 5: Den Tag darauf haben wir am Prager Wildsee verbracht und ja(!), dieser See ist wirklich so schön und einzigartig wie auf den Bildern überall auf Instagram. In der Hauptsaison soll es auch hier sehr touristisch sein, aber diese bleiben auch nur für 1-2 Stunden und machen sich wieder auf den Weg. Die schönsten Bilder kann man auch hier bei Sonnenaufgang und Sonnenuntergang machen. Bei Sonnenuntergang liegt der See ganz im Schatten, sodass es auf den Felsen im Hintergrund so ausschaut, als würde dort Schnee liegen. Zur dritt haben wir uns für 25€  ein Ruderboot ausgeliehen und sind über den See gefahren. Die Ruderbootfahrt würde ich übrigens auch jedem empfehlen. An wärmeren Tagen würde ich auch einfach im Prager Wildsee schwimmen gehen, doch leider war es für uns zu kalt.

Am Abend gabs wieder Pizza. Das war unser letzter Tag in Südtirol. Am nächsten Tag sind wir mit vollbeladenem Auto zum Gardasee gefahren. Die Fahrt hat drei Stunden gedauert.

Was man übrigens bei einer Reise mit dem Auto durch Italien bedenken sollte sind die Mautgebühren. In Österreich und Schweiz haben wir uns eine Vignette gekauft, in Italien bezahlt man einfach nur die Maut an den Schranken. Als Navi haben wir GoogleMaps verwendet, wo man bei den Einstellungen “Mautstraßen vermeiden” anklicken kann. Dennoch sollte man sich anschauen wie lange die Strecke dauern würde, wenn man Mautstraßen nicht umgeht. Wenn die Strecke sich verdoppelt und die Fahrt nun um Stunden verlängert ist, würde ich die Gebühr auf mich nehmen. Bei nur einigen Minuten Verzögerung haben wir in der Regel Mautstraßen vermieden.

 

Stopp 6: Am Gardasee haben wir uns ein paar Tage Entspannung gegönnt. Nach dem ganzem Hin und Her wollten wir erstmal ein paar Tage am Strand verbringen. Von dort aus haben wir ein paar Tagestrips in die umliegenden Städte gemacht und einen Tag verbrachten wir in Verona, wo Alex und ich schon letzten Sommer waren.

Stopp 7: Beim nächsten Halt lassen wir Italien hinter uns und fahren über Como ins Berner Oberland. Dort angekommen erwarten uns statt kuscheligen 25 Grad Celsius 5 Grad in der Nacht. Leider lag unser Campingplatz Morgens im Schatten, sodass wir  mit einer Frostschicht auf unserem Zelt aufgewacht sind. Unsere Lösung:  Zwiebellook und lange Unterhose – sehr glamorös . Tagsüber ging es dann wieder hoch auf 20-21 Grad, sodass wir das Gefühl hatten es wäre schon fast zu heiß.

Den Vormittag haben wir am Blausee verbracht. Einem kleinen See, der so klar ist, dass man die darin schwimmenden Forellen deutlich erkennt. Um zum Blausee zu gelangen muss man Eintritt bezahlen, aber dafür gibt es eine kostenlose Rundfahrt. Der Ausblick von dem See auf die Berge war einfach magisch. Besonders wenn sich im Wasser die Sonne spiegelte.

Kurz vor Sonnenuntergang haben wir noch uns dazu entschieden  nach Lauterbrunnen zu fahren um den Staubbachfall zu sehen. Zudem sollte ich noch erwähnen, dass es dort echt viele Wasserfälle gibt. Allein auf der Fahrt haben wir etliche gesehen.  Das schöne beim Staubbachfall ist, dass man den Hügel hochlaufen und an der Felswand und unter dem Wasserfall laufen kann. In der Nähe gäbe es noch die Trümmelbachfälle, doch leider haben wir von diesen viel zu spät erfahren, sodass wir es zeitlich nicht mehr dorthin geschafft haben.

Stopp 8: An unserem letzten Tag im Berner Oberland sind wir noch zum Oeschinensee, einem Gletschersee, gefahren. Um zum See zu gelangen, fährt man erst nach Kandersteg und fährt mit der Gondel hoch auf die Bergspitze (20 CHF). Theoretisch könnte man auch hochlaufen, aber wir haben uns dagegen entschieden, da allein das runterlaufen 1 1/2 Stunden dauern würde.

Auf dem Berg angekommen haben wir uns ein Ruderboot ausgeliehen und sind eine halbe Stunde über den See gefahren. Genauso wie der Blausee und der Pragser Wildsee ist der Oeschinensee berühmt für seine klare blaue Farbe.

Nie im Leben hätte ich geglaubt, dass solch wunderschöne Ziele bei uns in der Nähe und gar in Deutschland zu finden sind. Mir hat es gezeigt, dass man um einzigartige Orte zu entdecken nicht unbedingt ans Ende der Welt reisen muss. Denn “Europa” ist nicht nur London, Mailand und Barcelona… sondern auch so viel Natur, verschiedene Kulturen und Nationen auf so kleinem Raum…

Am Ende unseren Trips haben wir bei meiner besten Freundin in der Nähe von Zürich verbracht und den letzten Abend mit Burgern und den besten hausgemachten Caipirinhas ausklingen lassen.

Weitere Bilder von unserem Roadtrip findet ihr auf Instagram:

Aleks Filipovic @lxfil

Alex Nuripour @alexnurip

 

6 Kommentare

  1. DieLaurabinich
    9. November 2018 / 16:40

    Was für eine Reise…

  2. Eylem
    9. November 2018 / 16:38

    Ich finde das einfach zu geil wie ihr das Auto gepackt habt und einfach los seid!! Ihr seid doch verrückt aber geil!!
    Hab dich über Instagram gefunden!

  3. Elena
    9. November 2018 / 16:34

    Super schön einfach ein Traum!

  4. Destina
    7. November 2018 / 18:12

    Sehr schöner Beitrag und die Bilder sind echt Mega geworden! Hat Alex gut gemacht

  5. Alicia
    24. Oktober 2018 / 20:51

    Amazing!!!
    Wann kommt dein nächster Post?

  6. Alicia
    24. Oktober 2018 / 20:47

    Amazing!!!
    Wann kommt dein nächster Post?

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